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Tag 7 – Canaîsin in Ilad Galen und letzter Halt vor Primum

faesserWer an der Westküste der Südlande nach Süden fährt kommt an vielerlei Ländern und Gegenden vorbei. Am letzten westlichen Zipfel ragen hohe Steilwände nach oben und lassen keinen Blick auf das Land dahinter zu. Es heißt, dass Land und deren Bewohner wären unwirtlich und unfreundlich.  Doch die meisten Handelsschiffe fahren an diesem Teil der Südlande vorbei und wissen es nicht besser. Das eindrucksvollste an diesen Felsen ist ein grandioser Wasserfall, der sich über die Klippen ins Meer ergießt. Das allein wäre Grund genug zum Staunen, doch um den Wasserfall herum und in den Felsen getrieben, floriert eine Stadt. Sinai wird sie genannt. Es gibt sogar einen Hochseehafen, doch dem Kapitän Eik Skylarson ist es zu riskant dort anzulegen. Die Schiffe dort sind eher klein und wenige und werden über diverse Gerätschaften daran gehindert, durch die Brandung an den Felsen zu zerschellen.

Die Fahrt geht weiter, plötzlich senkt sich der Fels herab und gibt einen kurzen Blick auf mehrere grüne Ebenen frei. An der niedrigsten Stelle steht ein alter, verwitterter Turm. Der Kapitän gibt hier Signal und lässt ankern. Jetzt heißt es warten. Nun hatte ich die Zeit mir die Umgebung näher anzusehen. Wo die ganze Zeit Felswände waren ist hier ein grünes, dichtes Delta, dass so einladend wie gefährlich ist meint Hans P. Mies. Ohne einen fähigen Lotsen ist man leicht auf einer Sandbank aufgelaufen – wenn man Glück hat. Untiefen und unterseeische Felsnasen können den Rumpf eines Bootes aufreißen und versenken. Das Delta hat riesige Ausmaße und man kann in der Ferne eine große Stadt erblicken. Dort liegt das Ziel des Kapitäns. Canaîsin, die Hauptstadt von Ethir Forodren, einem der fünf Fürstentümer Ilad Galens.

Es dauert eine Weile, in der die Seemänner am Schiff Ausbesserungen vornehmen, bis ein kleines Beiboot sich nährt. Ein schmächtiger junger Mann betritt das Schiff, als würde es ihm gehören. Er verhandelt mit dem Kapitän über den Preis und als sie sich einig werden, legt das Beiboot ab und der Mann, der sich als Jost, der Lotse vorstellt, übernimmt das Steuer. Langsam fährt das Schiff in das Delta ein und der schwere Duft der üppigen Vegetation schwappt über dem Schiff zusammen. Das Atmen fällt schwerer und die Gerüche legen sich auf den Magen.  Kreuz und quer lenkt der Lotse das Schiff durch die vielen Flussarme. Ab und an kann man es bedrohlich am Rumpf kratzen hören.

Und dann erhebt sich die Stadt Canaîsin vor unseren Augen. Ein ausgedehntes Hafenbecken hält für zehn Hochseeschiffe und viele kleinere Boote ausreichend Platz bereit. Heute ist es gut zur Hälfte gefüllt und das Pier ist voller arbeitsamer Menschen. Pakete und Waren werden von und zu den Schiffen gebracht. Wie ein Ameisenstaat scheint alles durcheinander zu gehen und doch sein Ziel zu finden.

Der Hafen ist alt, auch wenn er gut in Stand gehalten wird. Das Holz ist stark verwittert und die einstmals verputzen Gebäude zeigen Furchen und Risse. Überall riecht es nach Fisch, Wasser und zu vielen Menschen. Die Gebäude wurden alle irgendwann aufgestockt. Wohl zu einer Zeit, als die Stadt immer größer wurde. Kein Gebäude hat weniger als zwei Stockwerke. Holz und Stein, alles scheint daraus gemacht. Nicht einmal jedes Haus hat mehr als ein Loch, dass man Fenster nennt. Die wenigsten haben Glas. Alles wirkt rau, aber stabil. Wie die Menschen die dort ihre Arbeit tun.

Eine breite Straße für in das Innere der Stadt und kaum ist man ein paar Meter gegangen prangt ein riesiges Schild über dem Pflaster. Eine Bild des Meeres bei Sturm ist darauf zu sehen und darunter kann man lesen – sofern man dazu wie ich in der Lage ist - „Zur salzigen See“. Schon von weitem hört man, dass es dort laut zugeht. Ein Gasthaus direkt am Hafen. Dort werden die Sitten rau, aber die Mädchen käuflich sein. Und das Innere wird eine kleine Schlägerei aushalten. Wie in vielen Städten fühlt sich jeder Seemann an solchen Orten schnell heimisch. Bei Spielen kann man die Zeit vergessen und sein Geld verlieren, sofern das Glück einem nicht hold ist.

Weiter kommen die meisten der Seeleute nicht. Was wollen sie auch in den feineren Bereichen. Dort, wo die Häuser verputzt und die Kleidung der Leute sauber sind. Dort passen wir nicht hin. Doch bis zum großen Markt sind die Menschen gemischt. Händler fahren mit ihren Waren hin und her, Hohe wie Niedere sind auf dem Weg, ihre Erledigungen zu machen. Je weiter man in das Stadtinnere gelangt, desto mehr Verzierungen sind an den Häusern zu sehen. Aufwendige Schnitzereien, die zumeist den Wald und die Ebenen zeigen. Hier sieht man den Grund, warum Ilad Galen über die Landesgrenzen hinaus für seine Holzarbeiten bekannt ist.

Am eindrucksvollsten ist das Rathaus am zentralen Marktplatz. In akribischer Arbeit scheint dort die Geschichte des Landes in das Holz geschnitzt zu sein. Von der Landung der Menschen über die Kämpfe mit Ungeheuern und dem Wald bis hin zum Erscheinen des Verkünders. Und mit jedem Mal kann man etwas Neues entdecken.

Der Markt ist genau der richtige Ort um meinen Apfelwein los zu werden und genau hier hatte ich den richtigen Riecher. Ich habe meinen gesamten Apfelwein verkauft. Unglaublich…

Also gehe ich sehr wohl gelaunt in die Taverne zur salzigen See. Dort sticht mir gleich im Eingang ein Plakat von Primum und der Taverne zur feuchten Höhle ins Auge.

Frau Pandora und ihre Damen: Nette Betty, Molli Lolli, Wilde Hilde, Herta und Loretta erwarten euch in der Taverne „Zur feuchten Höhle“ im Hafen von Primum …

Eine schöner als die Andere…

Nun bin ich aber hier in Canaîsin. Ich besorge mir ein Zimmer und lass den erfolgreichen Tag ausklingen.

Gez. Orie Eichlaub

Orie Eichlaub trinkt die Nacht durch. Er erwacht am nächsten Tag, als die Sonne bereits am Untergehen war und muss mit erschrecken feststellen, dass die Seemöwe bereits ihre Reise nach Primum fortgesetzt hat.

Am Morgen auf der Seemöwe: Nachdem die nächsten Reisenden das Schiff bestiegen haben, geht es weiter. Mit dem Lotsen durch das Delta wieder hinaus aufs Meer.

Die Schwere der Vegetation bleibt dabei hinter ihnen, doch jeder Matrose, der etwas auf sich hält weiß. Der Weg den sie beim Verlassen des Deltas nehmen ist ein Anderer als beim hineinfahren. Ihn kennen nur die Schmuggler und die Lotsen.

Tag 5 – Brihan die Hauptstadt Thalisiens

faesserNach dem wir einen Tag den blinden Passagier erfolglos gesucht haben, steuern wir schlussendlich doch auf Brihan zu.

Brihan ist die Hauptstadt von Thalisien und bedeutet für mich, endlich wieder festen Boden unter den Füssen. In Brihan leben ungefähr 4000 Einwohner. Menschen, Orks, Zwerge und ein paar Drows. Elfen gibt es keine. Alle Lotsen und alle Arbeiter der Hafenmeisterei scheinen Priester oder Novizen zu sein. Sie tragen blaue lange Gewänder und darüber schwarze ärmellose Mäntel. Hans P. Mies meinte zu mir:

Sieh dir die großen Muscheln an, die sie um den Hals hängen haben. Wenn schlechte Sicht ist, benutzen sie diese auch als Signalhörner. Sie alle sind Diener der Meeresgöttin Geowin.

Die anderen Thalisier tragen karierte Röcke, die sie Kilts nennen. Die Frauen tragen ebenfalls Kleider oder Röcke aus diesem karierten Stoff.

Brihan hat gepflasterte Straßen. Die Häuser sind aus Lehm, Ziegeln und Steinen. Der Hafen ist groß und es liegen mit uns 18 größere Schiffe vor Anker. Wir werden sehr freundlich begrüßt. Generell geht es hier aber etwas rustikaler zu. Die ein oder andere Schlägerei scheint normal zu sein. Doch wir bekommen Vorräte und alles was wir benötigen zu guten Preisen. Ich muss wirklich sagen Thalisien würde mir sehr gut gefallen, wenn es nicht ständig und andauernd regnen würde. Die Einheimischen scheint das aber nicht zu stören.

Anscheinend hat Thalisien viele Schafe, denn sowohl ihr Fleisch als auch Schafskäse sind gut und günstig zu haben und dieser heimische Käse findet sich in einem Getränk wieder, dass ich kosten durfte. Mehr dazu aber später…

Nachdem ich 6 Fässer meines exzellenten Apfelweins verkauft habe, entschließe ich mich, dass der Tag gefeiert werden muss. Zusammen mit einem Teil der Besatzung besuche ich den Findarbar-Tempel. Das Kasino, dass von den Findarbar Priestern betrieben wird. Die Priester heißen hier übrigens Ovaten. Sie alle tragen ärmellose Mäntel. Diese hier mit Würfel und Münzen in der Farbe schwarz über ihren gelben Priestergewändern. Generell scheint mir Lunar heute gnädig zu sein. Ich habe ein wenig gewonnen, ich habe ein wenig verloren und ich konnte ganz gut was trinken. An einem der Tische schnappte ich auf, dass Gerald Mc Otis mit dem Reich der Mitte weiterhin große Teile von Thalisen besetzt hat. Die Rückeroberung sei ins Stocken geraten.

Doch ich war ja beim Trinken…. Ja neben Bier, Met, Whisky, Obstbränden und Likören gab es etwas ganz Besonderes. Oberon hatte mich bereits davor gewarnt, doch ich musste es einfach probieren. Der thalisische Taquilla. Kennt ihr nicht? Na da habt ihr aber etwas verpasst. Hergestellt aus Whisky gesüßt mit etwas Zucker, reift ein Schafskäse eingelegt in diesem selbigen Gebräu. Glaubt ihr nicht? Ich tat es auch nicht. Doch es war eigentlich sehr bekömmlich.

Den ein oder anderen sah ich auf der Straße mit einem Kobold herumlaufen. Einen Brauen. Ich kannte bisher nur die Grünen, garstigen. Doch die Braunen sollen recht hilfreich im Haushalt sein und werden von ihren Besitzern auch zum Einkaufen mitgenommen. Diese nennen sie netterweise Brownies. Auf den Straßen freuten sich die Menschen auf die bevorstehenden Festlichkeiten zu Beltane und das Crush Alba der keltischen Allianz der Südlande beigetreten ist.

Das wäre dann fast alles gewesen was ich in Brihan erlebt habe, wäre da nicht noch der Neffe des Kaptains Gunnar Skylarson mit an Bord gekommen. Doch von dem schreibe ich euch morgen.

Gz. Orie Eichlaub

Tag 4 - Der Busen der See

faesserEin neuer Tag beginnt.
 
So allein mit der Besatzung und den Dämonen wie ich letzte Nacht dachte, war ich gar nicht. Die anderen Passagiere hatten wohl das selbe Pech wie ich, bei der Suche nach einer Unterkunft. So war die Seemöwe gut besucht als der neue Smutje seinen Dienst begann. Die letzten Tage gab es nur eingelegten Fisch, Brot und rohes Gemüse. Doch nun kochte Herbert Santa Maria für uns. Der Smutje stieg hier in Beerens Wacht zu und sein erstes Gericht für uns war ein Gröstl und eine Kiste Portwein. Ganz nach dem Geschmack von Kapitän Eik Skylarson und Hans P. Mies. Obwohl dieser eigentlich die ganze Zeit irgendetwas von Grog in Flaschen schwafelte. Weiß er denn nicht, dass man für Grog einen Rum in einen heißen Tee schütten muss? Egal ich als Apfelweinbauer machte meinen Reinfall von gestern zur Tugend und schenkte den Passagieren etwas von meiner Ware aus.
Der ein oder andere konnte gar nicht genug kriegen von meinem Apfelwein und da es heute über das westliche Arcuri-Mar geht und wir erst in 1-2 Tagen wieder Land in Sicht haben, werde ich sicher das eine oder andere Fass an die Besatzung und die Passagiere verkaufen können.
 
Der Schiffsjunge Hans hat wieder das Schwein auskommen lassen. Dieses soll auf halber Strecke als Festbraten herhalten. Doch momentan rennt es über Deck und er versucht es einzufangen. Es ist nicht das erste Mal, dass dieses Schwein nicht richtig angebunden war. Es hat sich auch schon mal an meinen Vorräten vergriffen und nun hat es wohl den Kuchen von Herbert Santa Maria gefressen, bevor es auf Deck ein Rodeo mit dem jungen Hans veranstaltete. Als Hans P. und Oberon ihm zu Hilfe eilen, ist es jedoch schnell vorbei mit dem Schweinsgalopp. Sicher verwahrt im Frachtraum wird das Schwein wieder angebunden und es kehrt wieder Ruhe ein auf Deck.
 
Ab Nachmittag stehe ich an der Reling und trage tiefe Demut in mir. Um uns herum ist nichts als Wasser. Soweit mein Auge reicht nichts als Wasser. Ich frage Hans P. woher er denn hier und jetzt weiß wo wir hinmüssen und ob wir auf dem richtigen Weg sind. Er lacht und meinte: „Jetzt? In diesem Moment? Gar nicht! Aber vor 3 Std. verließen wir die Küste auf dem richtigen Weg. Der Kompass und die Karten zeigen mir, dass wir den Kurs nicht verändert haben und die Sonne steht auch dort wo sie stehen soll.“ Dass mit der Sonne habe ich zwar nicht ganz verstanden, aber mir bleibt wohl nichts Anderes über, als ihm zu vertrauen.
 
Gedankenversunken höre ich auf einmal den Smutje aus der Kombüse Brüllen:
"Das gibt’s doch nicht! Ich habe das doch hier gerade hingestellt. Oh warte, wenn ich dieses kleine Schwein in die Finger bekomme, dann gibt es den Braten schon morgen!“
Da ruft der junge Hans: „Das Schwein war es nicht! Es ist hier angebunden und ich war die ganze Zeit bei ihm!“
Smutje: „Wer hat mir denn dann den fertig gebratenen Fisch vom Teller geklaut?“
 
Die Suche begann, doch es wollte keiner gewesen sein. Ebenso am nächsten Tag auf hoher See verschwand das ein oder andere.
Essen, Trinken, eine Decke, ein Kissen, ein Becher Portwein….
 
Kapitän Eik Skylarson beauftragte den jungen Hans das ganze Schiff zu durchsuchen, denn er hatte die Vermutung, dass wir einen blinden Passagier an Bord haben.
„Kein Hafen wird angesteuert bevor dieser nicht gefunden wurde.“
 
So sind wir schon den 3. Tag auf dem Busen der See.

Tag 3 – Berens Wacht in der Provinz Kermaron

faesser

Heute steuern wir auf das westliche Arcuri-Mar zu, meinte Hape. beim Frühstück an Bord der Seemöwe. Kapitän Eik Skylarson greift das Gespräch auf und richtet sein Wort an alle Passagiere:

“Liebe Gäste auf der Seemöwe. Heute werden wir in Berens Wacht ankern. Die kleine Handelsstadt hat einen großen Hafen, befindet sich im Norden der Provinz Kermaron welches zu Trawonien gehört. Die Trawonier sind aufgeschlossene Menschen, behandeln eigentlich alle Wesen gut, Elfen sind hoch angesehen. Drow, Dunkelelfen und offensichtliche Anhänger böser und dunkler Gottheiten sollten sich nicht vom Schiff bewegen. Solche werden in Trawonien sofort verhaftet, wenn nicht gar von einem Mob getötet. Ich bitte daher alle Anhänger der Dunkelheit sich unter Deck auf zu halten. Bitte geben Sie meinem Maat Bescheid, sollten Sie dringende Besorgungen benötigen. Bitte haben Sie aber auch Verständnis dafür, dass wir nur in Trawonien übliche Waren für Sie besorgen können…”

Das hatte der ein oder andere Dämon wohl nicht erwartet und rümpfte seine Nase. Doch was tun? Ich fand es persönlich sehr mutig vom Kapitän Skylarson, dass er diese Geschöpfe überhaupt transportierte. Hans P. meinte aber irgendetwas von einem Gleichgewicht des Geistes oder einem Geist des Gleichgewichtes? Naja egal. Ich darf ja von Bord.

Als die Sonne langsam zu Dämmern begann sah ich an der östlichen Klippe einen Leuchtturm. Das Schiff steuerte auf eine Flussmündung zu und erst als wir näher kamen erkannte ich dass es die Mündung zweier Flüsse war. Man freue ich mich auf ein richtiges Bett auf festem Boden. Hoffentlich kann ich es mir hier auch leisten. Der Naturhafen von Berens Wacht ist der Stadt vorgelagert.

Kurz vor unserem Eintreffen ist wohl eine große Gruppe an Abenteurern und Kämpfern aus aller Herren Länder hier eingetroffen. Der Hafen ist mit sehr vielen Schiffen gefühlt und es herrscht ein reges Treiben. Ich belausche das ein oder andere Gespräch als ich durch die Gassen ging um nach einem Schlafplatz zu suchen. Sie scheinen einem Aufruf der trawonischen Krone gefolgt zu sein, Sichtungen von Truppen der Torog Nai im südlichen Teil der Provinz Kermaron nachzugehen. Außerdem sei wohl der Sohn eines Ritters des Ordens von Schwert und Kelch verschwunden.


Vorräte lassen sich hier recht einfach erwerben, das Angebot ist sehr gross, die Preise recht niedrig. Hier kann ich meinen Apfelwein eigentlich nur mit Verlust verkaufen. Sehr schade aber es kommen ja noch andere. Alles in allem scheint der Ort gerade im Aufschwung inbegriffen zu sein. Überall werden neue Gebäude errichtet und ich konnte die Ankunft neuer Siedler am Hafen beobachten. Nach dem fünften Gasthaus und der fünften Absage gebe ich es aber auf. Alle Übernachtungsplätze sind bereits vergeben…. Diese Abenteurer haben mir tatsächlich einen Strich durch die Rechnung gemacht. So schlendere ich zurück zur Seemöwe. Wieder eine Nacht an Board. Diesmal alleine mit der Besatzung und den Dämonen. Das kann ja heiter werden.

Gz. Orie Eichlaub

Tag 2 - Die Reise beginnt

faesser

Nach dem die Ladung der letzten Gäste verstaut ist, legt die Seemöwe in Parei ab und die Reise beginnt.

So weit sind wir noch gar nicht. Die erste Nacht auf der Seemöwe ist um und ich hatte den Luxus eine Kajüte ganz alleine für mich gehabt zu haben. Dieser Luxus wir nun aber vom Küper Oberon Löscher beendet. Er weckt mich als er zwei neuen Passagieren die Kajüte zeigt und zu mir meinte er, ich soll die Ladung gefälligst im Laderaum lassen und nicht in die Schlafräume mitnehmen. Während des Frühstücks lerne ich den zweiten Hans der Mannschaft kennen. Hans ist ein Schiffsjunge, der seine erste Fahrt macht. Er kennt sich noch genau so wenig aus, wie ich und wird aber von Oberon und Hans P. Mies bestens eingewiesen. Hier lerne auch ich was Achtern und Lee bedeutet.

Also pass auf Hans: Achtern ist der hintere Teil eines Schiffes... und unter Achtern ist dementsprechend der Raum darunter... Bei Lunar wo soll das noch mit dir hinführen? Hörst du mich die ganze Zeit irgendwelche Fragen stellen? Oder siehst mich herumlungern und nichts tun? NEIN verdammt! Wenn du mal Kapitän werden willst dann zack zack!

Ja, Hans hat den Traum eines Tages Kapitän zu werden. Doch wenn die Skylarsons nicht noch eine Tochter zeugen und er nicht zufällig ihr Herz gewinnt, wird dies wohl für immer ein Traum bleiben.

Wir verließen nun also Parai und machten uns auf in Richtung Westen. Die Frachträume sind bis zum Bersten gefüllt, sodass wir die ersten Tage sicher keinen Halt machen müssen.

Als der Trubel des Ablegens vorbei war, rief uns Kapitän Skylarson zu einer Ansprache zusammen:

Nun ich bin Kapitän Eik Skylarson, genannt Kapitän Eik Skylarson!

Wir segeln hier unter meinem Kommando nach Primum. Hier auf meinem Schiff Seemöwe gelten Regeln!

  1. Niemand wiedersetzt sich den Anweisungen der Crew! Ansonsten wird er Kiel geholt!
  2. Niemand kotzt unter Deck! Es werden ausschließlich die Fische gefüttert! Ansonsten wird er Kiel geholt und wischt die Kotze eine Woche lang mit seiner Gewandung auf!
  3. Der Laderaum ist tabu für alle außer der Crew! Wer erwischt wird, wird Kiel geholt!
  4. 123. Finger von sämtlichen Seilen und Tauen! Wer die Dinger anfasst wird...
  5. Den Rest erklärt euch meine Crew!

Und das Kapitän Eik "Kielholer" Skylarson dies nicht nur zum Spaß androhte, merkte gleich heute einer der Passagiere. Ein gewisser Salü hatte zur Mittagszeit einen ausgewachsenen Rausch. Hans P. Mies, den ich ab jetzt Hape nennen werde, half ihm daraufhin mit einer kleinen Schwimmeinlage im Meer wieder auf die Beine. Meinen Apfelwein scheinen die Seeleute nicht zu schätzen. Ist ihnen zu lasch sagt mir Hans. Sie trinken am liebsten Rum. Das hat er vom „Käptän“.

Denn der Rum ist hier auf See unsere Heizung, unser Weib und unser Schlaf.

Banausen sag ich da nur…. Hoffentlich will im nächsten Hafen einer ein Fass kaufen, meine Geldkatze ist seit meinem Aufbruch nämlich schon ganz schön geschrumpft. Doch wir werden erst wieder in Trawonien ankern, meinte Kapitän Eik Skylarson. 
 
Gz. Orie Eichlaub
 

Testament von Phileas Foggssonn

Mein Letzter Wille

freiheitEin Erbe anzutreten ist wahrlich schwer, denn mein Erbe war es das Vermächtnis meines Heerkönigs anzutreten. War er doch Vater und Freund, Anführer und Kampfgefährte und war sein Verscheiden so unglücklich, wie rätselhaft. Auch wenn wir seinen Körper ehrenvoll bestatten konnten, kann man sich nicht sicher sein, ob sein Geist wirklich bei den Ahnen verweilt und sein Glas auf seine Nachfolger erhebt oder ob sich sein Geist noch immer im Reich der Asche befindet.

Die Nornen selbst durfte ich einmal erblicken und doch hab ich nach diesem Erlebnis noch ein langes und erfülltes Leben gelebt. Meine Ehre wird von meinen Söhnen weitergetragen und so werde ich wohl ewig Leben.

Nun wo ich wieder kurz davor stehe meinen Weg zu den Ahnen anzutreten, frage ich mich ob ich meinen Vater wieder sehen werde.Ich halte meine Schwert in meiner Hand und warte darauf, dass die Nornen ihre Hände wieder auf meine Seele legen und mich erneut in ihren Bann ziehen. 
 
Oh, Vater wenn wir uns wieder sehen, erheben wir den Humpen und trinken auf das was wir geschafft haben.

Auch wenn ich die Karte nie vollendet habe, kann ich doch auf mein Werk zufrieden zurückblicken und zumindest hab ich meinen Teil der Insel gut erkundet und habe nicht nur eine Umsegelung auf meiner alten Foesk vollbracht.

Nur wenn ich dich nun nicht wieder sehe, war dann alles umsonst?

Nein, ich habe Holz gefällt, wo es verboten war Holz zu fällen. Ich habe mich geeinigt wo meine Männer gestorben sind und ich habe Bäume gepflanzt, um den Frieden zu halten. Ich habe gute Männer sterben sehen, doch werde ich alle die Meinen wieder sehen, wenn ich nun endlich bei den Ahnen angekommen bin. 
 
Nur einer der Jenen, die in meinen Armen starben, werde ich wohl nicht wieder sehen. Er war Metzger seines Zeichens, er war ein verliebter armer Tropf und er starb in meinem Armen in der Gewissheit, dass er seine Liebste nie wieder sehen wird und es war sein Anliegen, ich solle sein Vermächtnis jener Welchen übergeben, die sein Herzen gestohlen hatte. Dieser Elmar Mägdefessel konnte von mir nicht mal bestattet werden, weil einer dieser Büsche ihn mir quasi entriss.

Erst Jahre später kam ich wieder in die Gegend des Wettstreites und suchte sein Grab, dass ich bei den Mapori vermutete, doch ich fand es nicht. Nachdem ich sein Tagebuch nicht an seiner Liebste weitergeben konnte, wollte ich es wenigstens auf sein Grab legen. Auch das fand ich nicht, ich versteckte es schließlich in einem verschlugenen Apfelbaum, auf dass es eine alte Lederhaut möglichst lange schützen möge.

Ich wusste dass meine Zeit gekommen war, ich erhebe mein Schwert und meinen Humpen, auf Euch die immer noch für die Freiheit streitet.

Phileas Foggssonn
Hedmannsson
Holzfäller seines Zeichens
und Freund der Mapori

Tag 1 - Vorbereitungen in der Heimat

faesserParei in Nordandryll.
 
 
Schon von Weitem kann man die hohen Türme der Magier erkennen, welche graziös bis fast in die Wolkendecke vorstoßen. Sie dominieren das Stadtbild von Parei. Riesige Hafen und Werftanlagen überziehen das Stadtbild. Gleich am Hafen drängen sich noch dutzende Kontoren fremder Länder, die hier ihre Handelsniederlassung errichtet haben. Dahinter ist der wohl aufregendste Markt des Landes. Viele Reisende und Gaukler halten hier kurz auf ihrer Reise an, die von Parei auch ins Landesinnere gehen kann. Am Rand der Stadt erheben sich die gewaltigen Kasernen der valyrischen Matrosen. Hier beginnt meine Reise nach Primum.
 
Ich bin dem Aufruf der Großreederei Skylarson gefolgt und will nach Primum. Warum? Komm in die neue Welt, haben sie gesagt! Lerne die Uth kennen, haben sie gesagt! Primum das Land der unerwarteten Möglichkeiten…. Spaß bei Seite. Ich bin Orie Eichlaub. Ein Apfelbauer aus Nordandryll. Meinen Most möchte ich auf Primum verkaufen, doch brauche ich hierfür erst einmal einen Käufer. Ich hörte von Primums Hafen und der feuchten Höhle und die Idee für eine Reise ward geboren. Meine Taube mit der Parole „Seemöwe“ sendete ich bereits an die Großreederei Skylarson und machte mich mit meinen besten Weinen auf den Weg nach Parei.
 
Durch das Gedränge auf dem Markt habe ich es ohne Verluste geschafft und stehe nun am Hafen. Puhhh war das anstrengend. Obwohl hier die Prätorianer patrouillieren, sind hier und da die Diebesjungen nicht zu übersehen. Die Seemöwe ist übrigens auch nicht zu übersehen. Geschmückt mit dem weißen Phönix auf goldenem Grund sticht das solide Schiff mit den drei Masten aus der Menge hervor.
 
Nach dem die Formalitäten geklärt und die Waren verladen sind, komme ich mit dem Ersten Maat Hans P. Mies ins Gespräch. Ein ständig unzufriedener Mensch… Er meinte wir legen Morgen ab. Bis wir auf Primum ankommen, werden wir einige Häfen in den Südlanden anlaufen. Neben Passagieren werden wir natürlich auch Waren und Proviant dort verladen. Umso besser, denke ich mir. Wer wird denn schon nur einen potentiellen Kunden besuchen, wenn er die Chance hat gleich fast zwei Hände voll zu gewinnen. Insgesamt werden 75 Passagiere nach Primum erwartet. Da sollte sich doch die eine oder andere Bekanntschaft machen lassen.
 
Ich leg mich für heute aber erst mal auf die Mütze und bin sehr gespannt was der morgige Tag so alles bring. 
 
Gz. Orie Eichlaub
 

Tag 19

Tag 19

TagebuchUm so länger ich hier auf dieser Insel war, um so weniger Zeit hatte ich ein Auge in das Tagebuch zu werfen. Deshalb heute nur ein paar Zeilen. Mir geht es gut und wir sind schon wieder unterwegs weiter zum Holzfällergebiet.

Wenn sie hier wirklich Bäume fällten, wären die Mapori bestimmt nicht so ganz begeistert.

Mal sehen, was der morgige Tag so bringt.

Mit aller Liebe, die ich aufbringen kann,

dein Elmar

Tag 18

Tag 18 

TagebuchWas soll ich sagen, die Nacht war wieder kurz und der Busch rannte, als wäre sonst wer hinter ihm her.

Ich bin mir gar nicht sicher ob ich noch beim richtigen Tag war, aber wir sind heute tatsächlich an den Baumwollfeldern der Mapori angekommen und liefen den ganzen Tag an den Feldern entlang. Doch hier war nichts, kein Mapori und auch nicht die Schwestern der verwirrten Mapori aus dem Sumpf.

Der Busch war immer noch an meiner Seite. Ich nenne ihn mittlerweile Stumpen. Ich glaub er hat nichts dagegen, wenn ich ihn so nenne.  

Ich hörte ein merkwürdiges Singen und wunderte mich schon, weil es war wirklich niemand hier. Die Felder waren abgeerntet und um uns herum waren nur die trockenen Baumwollpflanzen. Wir liefen den ganzen Tag an den leeren Blütenständen der Baumwollpflanzen vorbei und vor uns lagen endlose weiten braune Felder. 

Der Tag neigt sich dem Ende zu und die untergehende Sonne warf ihre letzten Strahlen über das trockene Gestrüpp. Das Licht schien mir unwirklich und machte mir ein wenig Angst. Ich geb es ja nur ungern zu, aber die Gänsehaut wandert mir den Nacken hinauf, obwohl es ziemlich heiß war heute. Vielleicht hatte ich auch einen Hitzschlag, das könnte auch das merkwürdige Summen in meinem Kopf erklären. 


Geliebte Erika, ich hoff du verziehst mir die wenigen Zeilen, mir tut alles weh, vor allem mein Kopf.

Guten Nacht.

Der Elmar

P.S. Nachtrag: Ich hatte heute Nacht einen merkwürdigen Traum. Erika, ich hoffe insgeheim, dass du diese Zeilen nie lesen wirst. Aber was soll ich sagen, ich bin auch nur ein Mann. Ich schreibe diese Zeilen in der Gewissheit, dass meine Seele rein ist, weil es war nur ein Traum, ein Traum.

Ich lief wieder die Baumwollfelder entlang und zunächst war es mir nicht klar, dass ich träumte. Merkwürdig war nur, dass die Baumwolle nicht abgeerntet war. Sie stand in ihrer vollen Pracht, Baumwollbüschel an Baumwollbüschel. Das Summen war wieder da oder es war immer noch da und langsam schwoll der Singsang wieder an, so wie ich ihn am Tag zuvor schon einmal gehört hatte. 

Und dann sah ich sie. Die Schwestern. Und dann begriff ich erst. Sie sahen alle aus wie die Säerin, nur viel jünger und noch leichtfüßiger als sie. Und noch etherischer, wenn das überhaupt möglich war. 

Ich hatte den Eindruck im Schlaf gestorben zu sein und dass war dass was nach dem Tode kam, ein Traum. Ihr Gesang erregte mich. Die jungen Dinger tanzten um mich herum und lullten mich mit ihrem Gesang ein. 

Im nächsten Augenblick lag ich auf einer mit Baumwolle bedeckten Bettstatt mitten im Wald. Ich war sauber und nackt und ich roch unglaublich gut. Nun war mir völlig klar, dass es ein Traum sein musste, ich konnte mich nicht daran erinnern, wann ich mal selbst meinen eher animalischen Körpergeruch als wohlriechend bezeichnet hatte. Die Maporischwestern kamen singend auf mich zu und tanzen um meine Lager herum. Sie stürzten im Tanz auf die Knie und krochen zu mir rüber. Das was nun geschah war doch eher animalisch und ich vermag es kaum aufs Papier zu bringen, was sie mit mir taten. Ich war mir nun nicht mehr so ganz sicher, ob es wirklich ein Traum gewesen war. Ich konnte nicht nur meinen Geruch riechen, ich roch auch sie und jede von ihnen roch nach einer anderen Blume. Und ihre Berührungen konnte ich noch immer spüren, auch jetzt noch in dem Moment als ich diese Zeilen schreibe.Die Wirklichkeit hat mich zwar wieder, da ich das Tagebuch in meinen Händen halte, doch mein Verstand war immer noch auf Wanderschaft. Die nackten Leiber der Schwestern hatten mich immer noch derart im Griff, dass ich froh war, dass der Busch noch tief und fest schlief. Ich glaub ich war der einzige Besucher auf Secundum, der einen augenscheinlichen Eindruck davon hatte, wie sich nackte Mapori anfühlen, wie sie schmecken und riechen und... am Liebsten würde ich im Erdboden versinken, ich verliebter Göckel kann mich doch nicht nochmal verliebt haben. Und so starre ich auf den Sonnenaufgang über die Baumwollfelder und ich kann ihr Singen wieder hören...